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DIE ANFÄNGE

Li. Dr. Hans Heinz Schneider Re. Franz Bittner

 

 

„Man hat sich schon Tage vorher auf den Clubabend gefreut“

Dr. Heinz Schneider und KR Franz Bittner, zwei der noch lebenden Gründungsmitglieder, blicken schmunzelnd in die Frühzeit des Clubs zurück

„Wir waren ein kleiner, harter und lustiger Kern“ meint Heinz Schneider wenn er an die Gründerjahre denkt. „Wir waren – noch relativ kurz nach dem Krieg – ja ausgehungert nach Geselligkeit und Unterhaltung. Tagelang herrschte Vorfreude auf den nächsten Clubabend, dann wurde bis Mitternacht ausgiebig diskutiert und dann natürlich noch ausgegangen“.

Die Charterfeier fand im Marmorschlössl im Kaiserpark statt“, erinnert sich Franz Bittner, „Gründungspräsident war Dr. Alfred Meguscha, die Initiative zur Clubgründung aber war von Dr. Rudi Pekar ausgegangen, der von Gmundner Freunden angeregt worden war, dort gab es bereits einen LIONS Club. Und genau am Tag der Charterfeier mußte Heinz Schneider operiert werden. Chirurg Prim Dr. Strobl spielte mit unserem Joschi Sora noch im Streichquartett zur Charterfeier, dann legte er den Geigenbogen weg und sauste ins Krakenhaus, um Heinz den Blinddarm rauszunehmen“ – wodurch einer der heute dienstältesten LIONS seine Charterfeier nicht erleben konnte.

„Wir  wußten ja  gar nicht so recht, was den ein LIONS Club eigentlich ist“ gesteht Heinz Schneider, „anfangs war es eher gesellschaftlich, kulturell und völkerverbindend, erst nach und nach kamen soziale Hilfsaktionen dazu. So ohne Ressourcen konnten wir ja nicht viel machen, aber wenn Hilfe nötig war, dann haben wir am Clubabend halt eine Sparbüchse lassen. Einmal, im Kurhotel Bad Goisern, haben wir spontan für Flutopfer in Hamburg gesammelt und den Betrag den deutschen LIONS zukommen lassen“.

Die ersten Activitygelder kamen aus kulturellen Veranstaltungen, die Initiative dazu kam meist von Heinz Schneider. „Ja, des war ganz lustig. Eines Tages ging ich ganz ahnungslos durch die Ernest Thun Straße in Salzburg, da höre ich aus einem winzigen Kellerfenster so deklamierende Stimmen und dann sehe ich ein kleines Plakat.“ So entstand der Kontakt zur Salzburger  Jugendbühne, die haben dann mehrfach Auftritte in Bad Ischl absolviert. Auch das Linzer Kellertheater hat bei uns gespielt. Naja, ein kleiner Überschuß ist immer geblieben“.

Ereignisreiche Fahrten

In der Anfangszeit wurde oft die stimmungsvollen Adventfeier des Patenclubs LC Prien am Chiemsee besucht – dort lasen oft ein Heimatdichter  und seine Gattin aus eigenen Werken. Die Fahrverhältnisse waren manchmal sehr schlecht: „Einmal hat’s bei der Hinfahrt in Strömen geregnet. Als wir dann aus dem Lokal kamen lag ein halber Meter Schnee. Wir mußten aber noch heimfahren, Winterreifen gab’s damals noch nicht. Unterwegs haben wir mehreren Autos wieder aus der Wiese rausgeholfen, uns ist zum Glück nichts passiert“.

In den Anfangsjahren auch oft Charterfeiern anderer Clubs besucht, viele Kontakte gepflegt. Soras und Scheiders waren einmal bei einer Charterfeier im Palais Palffy in Wien, es gab ein wohl zehngängiges Menü. Es war üblich, dass zwischen den einzelnen Gängen die Grußadressen der Clubpräsidenten überbracht wurden und der Abend zog sich endlos hin. Am Ende klopfte Joschi an sein Glas und meinte: „Ich habe jetzt diesen wunderbaren Abend mit einem hervorragenden Menü über mich ergehen lassen. Mir ist jetzt ein Kaffeelöfferl übriggeblieben – und jetzt weiß ich nicht: hab ich einen Fehler gemacht – oder kommt noch was?“  Tosender Applaus war ihm gewiß!

Einmal waren wir beim LC Fürstenfeld“ erinnert sich Heinz Schneider, „dort war meine Mutter zu Hause. Wir waren in einem bekannten Wirtshaus mit Zigeunermusik, plötzlich kommen sie mit zwei Scheibtruhen voller Kürbisse, Obst und Gemüse daher und oben darauf zwei Fasane. Das war unser Geschenk. Was tun damit? – Gut abhängen lassen, war der Tipp. Leider ließ Joschi seinen Fasan auf der Sonneseite abhängen, als er zubereitet werden sollte kam er uns fast schon entgegen und war voller Maden. Franz Bittners Gattin bereitete dann „falschen Fasan“ aus Rindfleisch zu – er schmeckte ausgezeichnet“.

Familienausflüge auf die Alm

Viele Jahre der Clubgeschichte waren geprägt von familiären Ausflügen und Aktivitäten auf der Alm: schon 1961 wurde eine kleine Almhütte im Lantschfeld, einem Lungauer Seitental bei Tweng, angemietet. Zu allen Jahreszeiten fuhren Clubmitglieder dort hin, oft wurde auch die Weihnachtsferien dort verbracht. Nach dem beschwerlichen Anmarsch durch den tiefen Schnee war es dann mühsam, den Kachelofen anzuheizen, oft mußte man vor dem Rauch ins Freie flüchten.

Nachdem eine Lawine die Hütte teilweise zerstört hatte wurde dann die legendäre Moosalm im Schwarzenseegebiet angemietet und in Stand gesetzt, im Lauf von 25 Jahren gab es Clubübergaben, Feldmessen und auch ein Distriktjugendlager wurde dort abgehalten, es wurde Paella gekocht und oft Silvester dort verbracht.

Hoppalas und Unfälle

„Einmal ist eine unserer Lions-Damen bei einer Bergtour ausgerutscht und es hat ihr alle Schichten ihrer Bekleidung bis auf die Haut zerrissen“,  meint Heinz Schneider verschmitzt, „ich verrate jetzt nicht, wer das war!“

Joschi Sora hatte Anfang der 60er Jahre einen Fiat 1400, einen riesen Schlitten, er selbst aber war ja nicht sehr groß – da hatte man oft den Eindruck, da kommt ein riesen Wagen ohne Fahrer!

Heinz: „Eines Tages, bei der Fahrt aufs Lantschfeld, war Joschi plötzlich aus meinem Rückspiegel verschwunden. Dann haben wir ihn gefunden – bei einem Unfall war hatte sich eine Holzleitplanke  genau zwischen seine Gattin und ihn in die Wagenmitte hineingebohrt! Glück im Unglück: alle waren unverletzt, die Stange fuhr so durch den Wagen, dass auch der Motor keinen Schaden erlitten hatte, nur das Blech. Joschi konnte weiterfahren“.

Sonnwendfeuer am Schwarzensee. Heinz: „Natürlich mußten wir da drüber springen – und prompt hab ich mir den Fuß verknackst:  Sehnenriß und Gips, und das wenige Tage vor dem Aufbruch zu einer Nordlandreise per PKW!“

So gäbe es wohl noch manche Anekdote aus den frühen Jahren, die Erinnerung der beiden Zeitzeugen wurde immer lebendiger. Es dürften aufregende Zeiten für die jungen Ischler LIONS gewesen sein, damals, anfangs der Sechziger …